Irgendwann stellt sich bei jeder Website die Frage: flicken oder neu bauen? Ein Relaunch zur falschen Zeit verbrennt Geld, ein verschleppter kostet Kunden, und ein schlecht gemachter kostet die Google-Rankings von Jahren. Hier ist die nüchterne Entscheidungshilfe, inklusive der Technik, die Ihre Rankings schützt.
Die klaren Anzeichen für einen Relaunch
- Mobil unbrauchbar: Auf dem Handy muss man zoomen und horizontal schieben. Mehr als die Hälfte Ihrer Besucher kommt mobil, und Google bewertet primär die mobile Version.
- Sie schämen sich für den Link: Wenn Sie im Gespräch lieber die Instagram-Seite als die Website nennen, ist die Antwort schon gefallen.
- Änderungen sind ein Kraftakt: Neue Öffnungszeiten brauchen einen Anruf, eine Woche Wartezeit und eine Rechnung, also passieren sie nicht mehr.
- Die Technik ist stehen geblieben: Das CMS bekommt keine Updates mehr, die Seite lädt spürbar langsam, das SSL-Zertifikat fehlt.
- Der Auftritt passt nicht mehr zum Betrieb: Sie haben sich weiterentwickelt, die Website erzählt noch die Geschichte von vor acht Jahren.
Treffen zwei oder mehr Punkte zu, lohnt sich der Relaunch. Trifft nur einer zu, prüfen Sie zuerst die kleine Lösung: Neue Texte, aktuelle Fotos und ein aufgeräumtes Menü kosten einen Bruchteil und wirken oft erstaunlich stark.
Der Teil, den fast alle unterschätzen: die Rankings
Ihre alte Website hat bei Google eine Geschichte: indexierte Seiten, Verlinkungen, Rankings für Suchbegriffe, die Ihnen heute Kunden bringen. Dieses Kapital geht beim Relaunch verloren, wenn niemand daran denkt. Drei Regeln schützen es:
- 301-Weiterleitungen für jede alte Adresse: Jede URL der alten Website muss dauerhaft auf die passende neue Seite weiterleiten, nicht pauschal auf die Startseite. So wandert die aufgebaute Autorität mit.
- Starke Inhalte behalten: Seiten, die heute Besucher über Google bringen, werden übernommen und verbessert, nicht ersatzlos gestrichen. Was gut rankt, verdient einen Platz auf der neuen Website.
- Titel und Beschreibungen bewusst setzen: Seitentitel sind ein direkter Rankingfaktor. Sie gehören zum Relaunch-Umfang, nicht in die Kategorie «machen wir später».
Ein vorübergehendes Auf und Ab in den ersten zwei bis vier Wochen nach dem Livegang ist normal, Google liest die neue Struktur ein. Dauerhafte Einbrüche entstehen fast immer durch fehlende Weiterleitungen.
Der Ablauf in fünf Schritten
- 1. Bestandesaufnahme: Welche Seiten existieren, welche bringen Besucher, welche Inhalte bleiben? Eine Stunde mit den Google-Daten spart später Wochen.
- 2. Struktur zuerst: Erst die Seitenstruktur und die Kernbotschaften festlegen, dann gestalten. Design folgt Inhalt, nicht umgekehrt.
- 3. Bauen und befüllen: Neue Website mit echten Inhalten aufbauen, nicht mit Platzhaltern abnehmen.
- 4. Weiterleitungen und Technik: 301-Liste einrichten, mobile Ansicht und Ladezeit testen, Titel und Beschreibungen prüfen.
- 5. Livegang und Nachkontrolle: Nach dem Start zwei bis vier Wochen die Suchdaten beobachten und gebrochene Links sofort flicken.
Fazit
Ein Relaunch ist kein Designprojekt, sondern ein Geschäftsentscheid mit einer technischen Schutzschicht. Wer die Anzeichen ehrlich prüft, Inhalte vor Farben plant und die Weiterleitungen ernst nimmt, bekommt eine Website, die besser aussieht und besser gefunden wird. Bei getyoursite ist der Umzug Ihrer alten Website übrigens kostenlos, inklusive der 301-Weiterleitungen, im Abo wie beim Kauf.